Hallo Ihr lieben Fellnasen,

 

hach ist das zurzeit ein Leben! Wie im Schlaraffenland. Mäuse gibt’s im Überfluss. Sie rennen einem fast zwischen die Pfoten. Ich hol mir jetzt jeden Tag eine. Aber nich nur ich, die anderen auch, wie Krümel, die alte Dame, die mit der Jagd sonst gar  nich mehr so viel am Hut hat. Den einäugigen Garry hab ich letztens mit ner Maus gesehen. Und auch mein Erzrivale Lars-Günter vertilgt die massenweise. Die Zweibeiner erzählten, ihm wäre neulich ganz übel geworden. Vielleicht war ja eine schlecht.

Manchmal eß ich die schon gar nich mehr. Aber Mäuse sind ja soooo ein phantastisches Spielzeug! Am besten ist es, wenn man sie noch nich so richtig tot gebissen hat und sie laufen immer wieder bissel davon und man kann sie immer und immer wieder fangen – bis zur eigenen Erschöpfung.

Und dann wird man von den Zweibeinern ständig gelobt. Eigentlich mach ich mir ja nich so dolle viel draus. Aber zugegeben, fürs Ego isses schon gar nich so schlecht.

Wenn ichs mit der Mäusespielerei manchmal zu doll treibe, dann sagt die Zweibeinerin aber auch schon mal, ich sei ein Tierquäler! Pah. Mach mir aber nüscht draus. - Und auf zur nächsten Maus.

Liebe Grüße

Euer glücklicher Felix

Hallo Ihr lieben Fellnasen,

 

also ich sag’s Euch: es ist bodenlos! Mit wem soll ich denn nu noch alles mein Futter teilen? Sorry Peter, ich weiß, dir geht’s immer noch schlecht und ich wollte dich eigentlich nich mit Essensthemen nerven. Aber das hier is wirklich das Allerletzte. Aber der Reihe nach:

Vielleicht hatte ich schon mal erwähnt, dass bei uns auf der Terasse ein Igelhaus steht. Es war im Winter auch wieder bewohnt, und im Frühjahr, also quasi vor Kurzem, ist der Stachlige von seinem Winterschlaf erwacht und hat aus Gründen der schnellen Kräftigung nach der langen Esspause von meinem Trockenfutter partizipiert. Hab ich ja auch nüscht dagegen, dass man ihm ein Näpfchen reinstellt. Aber die Zweibeiner kapieren ja immer bissel langsam. Igelchen war bereits ausgezogen, aber die Zweibeinerin stellte das Näpfchen immer noch rein.

„Na, war er wieder da und hat gefressen!“ – so die Zweibeinerin. Bis die endlich mal mitkriegte, wer sich das Futter holte! Ooch nee!

Die Amseln holen sich’s, diese Mistviecher. Hüpfen einfach rein ins Igelhaus. Ich frag mich echt, wie die das entdeckt haben. Aber nich mit mir, da pass ich jetzt auf!

 Euer gestresster Felix

 

Hallo meine lieben Freunde,

 

hab gehört, dir geht’s immer noch schlecht, lieber Peter. Tut mir echt leid. Ich geb mir deshalb heute auch große Mühe, nichts vom Essen zu erzählen. Wobei, hab heut keine Milch gekriegt. Die Zweibeinerin hatte heute morgen keine Zeit. Und ich muss es wieder ausbaden – immer auf dem Rücken der Schwächsten! Muss sie halt eher aufstehen. Aber nu isses sowieso zu spät.

War ja ansonsten heute wieder ein schöner Tag. Hab mir die Sonne richtig schön auf den Bauch scheinen lassen. Hach, is das herrlich! Und da döst es sich so schön. Die Vögel hüpfen auch schon wieder ganz schön dreist durch das Gras – solln nur aufpassen! Aber heut war ich echt zu faul zum Jagen.

Außerdem musste ich da an so eine gewisse Begebenheit denken. Ich glaub, die hab ich euch noch gar nich erzählt:

Es ist schon eine Weile her. Da war ich auf Beutezug. Das „Ding“ hüpfte auch so durchs Gras. Ein Vogel wars aber nich, auch keine Maus. Na ja, denk ich, das fängste mal. Also gedacht – getan, war auch ziemlich easy.

Also das Ding nach Hause geschleppt. Es baumelte ganz schön aus meinem Mäulchen mit seinen Beinen raus. Musste deshalb hoch erhobenen Hauptes laufen.

Die Zweibeinerin war gerade im Garten zu Gange mit dem Unkraut. „Felix, was hast du denn da?“ rief sie. Ich setzte das „Ding“ ins Gras vor sie hin. Und da merkte ich es auch schon. Es brannte mir wie verrückt und mir begann der Sabber wie blöd zu laufen. Und die Zweibeinerin, schadenfroh wie sie ist, hielt sich den Bauch vor Lachen. Wieder mal auf meine Kosten!

„Ha, ha, Felix, du siehst ja aus, als hättest du dir die Zähne geputzt, so schäumst du. Du hast ne Kröte gefangen, das hast du nun davon.“ Sie kippte ihr Unkraut aus dem Eimer, setzt meine Beute rein und brachte sie zu Nachbars Teich. Ja ja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Jedenfalls ist mir das jetzt eine Lehre.

 Also dann ihr Lieben tschüssi

Euer Felix

Hallo Peter, du alte Socke,

hab gehört, dass du immer noch mit den Zähnen zu tun hast (hängt aber jetzt nich mit dem Seniorenfutter zusammen, oder?). Wenns mit dem Fressen nich mehr richtig hinhaut, so was is voll die Ka**e! Das versteh ich.

Na ich werd mal mit der Zweibeinerin reden, dass sie dir das nächste Mal was Ordentliches mitbringt, damit du wieder zu Kräften kommst. Das kann sie direkt aus meinem Futterbudget entnehmen. Das biste mir wert, Kumpel.

Und dann musste dich auch noch mit der Zicke Oxana rumärgern. Naja, so was kenn ich ja auch. Meine Freundin, die Krümel, faucht mich ständig nur an. Aber weißte was? Da steh ich drüber. Immer cool bleiben.

Sei froh, dass du noch die Clara hast. So eine wie die, hätte ich auch gerne. Aber der Zweibeiner wills ja nich. Naja, die Clara is ja wohl bei euch sowieso unabkömmlich. Die muss ja eure Truppe immer bissel zusammen halten und für Ordnung sorgen.

Ach, dann musste ich ja feixen, was die Zweibeinerin noch erzählt hat. Den Jungspunden bei euch im Mittelzimmer hat sie wohl jetzt immer mal Augentropfen (igittigitt) verabreicht. Seitdem meiden die sie wie der Teufel das Weihwasser. Wenn sie ins Zimmer reinkommt, sind sie gleich w wie weg, ab nach draußen. Ja ja, und da meint die immer, sie hätte sonst was für Katzenverständnis. Aber unsereins is ja schließlich nich blöd. Augentropfen oder son Zeug, das geht gar nich!

Also dann mein Lieber, gute Besserung. Wir hören voneinander.

Tschüssi

Dein Felix

 

Seniorenfutter

Lieber Peter, liebe Clara,

Ich kann das Gejammre der Zweibeiner bald nich mehr hören, vonwegen dass wir Katzen Personal bräuchten. Haben sie uns nun domestiziert oder nich? Na also! Also haben sie auch gefälligst dafür zu sorgen, dass unsre Näpfe voll sind! Ständig muss man sie daran erinnern. Schließlich muss unsereins ja wissen, wenn man das Haus verlässt, dass, wenn man wieder kommt, auch Futter da ist.

So wie neulich.

Ich – der Zweibeinerin zu verstehen gegeben, dass nachgefüllt werden muss. Und was sage ich euch, was sie reingefüllt hat? SENIORENFUTTER!!! Das ist doch bodenlos, oder? Für mich mit meinen 10 Jahren! Sollen mir vielleicht alle Zähne rausfallen?

Ich weiß noch ganz genau, wie sie reagiert hat, als man sie nach Enkeln fragte, als sie noch keine hatte. Außer sich war sie! Seh ich vielleicht aus wie ne Oma, hat sie gesagt. Nich dass sie keine Oma sein will, heute ist sie nämlich nichts lieber als das. Aber damals…! Fragt nicht nach Sonnenschein! Und jetzt tut sie mir genau das Selbe an. Aber da hab ich ihr gezeigt, was ne Harke ist! Ich hab mirs sogar verkniffen, die Soße runter zu lecken. Wehret den Anfängen, Felix, hab ich mir gesagt! Ich freß das Zeug nich!

Nun ahne ich schon, wie das weiter geht. Sie wird es euch mitnehmen. Also seid wachsam, was demnächst in euren Näpfen drin ist. Halbschwänzchen kann das ja fressen. Der hat eh keine Zähne mehr. Aber ihr, lieber Peter, liebe Clara, seid ja vorsichtig! Also ihr seid gewarnt!

Frustrierte Grüße!

Euer Felix

Alles Gute Euch allen noch für 2012! Seid ihr gut reingekommen? Wars laut?

 

Ja, das wars dann mal wieder – the same procedure as every year.

Es war wirklich wie jedes Jahr: ein Baum (…!...) stand mitten im Wohnzimmer, hab wie jedes Jahr ne Kugel runter gekickt. Die Zweibeiner hatten wieder ein Gänsetier, ich durfte kosten (roh hats mir ehrlich gesagt besser geschmeckt). Die Bude war wieder voll, mein Platz natürlich besetzt und laut wars auch. Die Krönung jedoch war wieder unser Nachbar, den ich eigentlich ganz gut leiden kann. Aber Weihnachten kriegen die Zweibeiner wahrscheinlich immer ne Macke. Kommt der doch total verkleidet! Und die kleinen Zweibeiner stehen voller Respekt vor ihm und sagen sogar Gedichte auf. Das machen die das ganze Jahr über nich! Ich musste schon bissel feixen. Dann wars mir doch zu dumm und ich bin erst mal gegangen. So was muss man sich ehrlich gesagt nich antun!

 Ja und der letzte Tag im Jahr, den sie hochtrabend Silvester nennen, war wieder ätzend. Meine Zweibeiner machen sich aus dem Staub und mich lassen die alleine im Haus bei dem Krach draußen. Ja gut, die Nachbarin war mir zu Diensten. Aber schön is so was nich. Das muss mal gesagt werden.

 Sonst geht’s mir gut. Das Wetter geht ja so. Da war das letztes Jahr mit dem vielen Schnee schon beschwerlicher. Wobei, wenn die Zweibeiner Schnee geschippt haben, wars schon lustig, das weiße Zeugs zu fangen. Naja, noch ist nich aller Tage Abend. Freuen wir uns also nich zu früh!

 Also bis neulich   Euer Felix

Für Lady Traurig

Auch unsere Lady hat uns verlassen.

Im Gegensatz zu unserem Ulli hatte sie aber ein stolzes Alter erreicht – 22 Jahre!

Und ich glaube auch, dass sie ein ganz zufriedenes Leben hatte. Sie strahlte das zumindest aus, beteiligte sich nie am Zoff mit anderen. Sie schien über den Dingen zu stehen, ruhte ganz in sich selbst - auf ihrem Platz auf der Couch gekuschelt an Pussy-Halbschwänzchen. Sie ließ sich nur mit Leckerli aus der Reserve locken, den kulinarischen Genüssen schien sie nicht ganz abgeneigt. Aber das wars dann auch schon, Streicheleinheiten schien sie nicht wirklich zu vermissen. Sie hatte ein ganz, ganz süßes Gesichtchen – das ist der Vorteil von Katzen, sie können auch im Alter noch bildschön sein. Nun ist sie bestimmt ein ganz besonders schöner Stern am Katzenhimmel, da hinterm Regenbogen.

Leb wohl kleine Lady!

Felix erzählt: Weihnachtsfeier

Lieber Peter, liebe Clara,

Warst bissel angenervt heute, Peter, was?
na is bei Euch der Trubel endlich vorbei?

Naja, so ne Weihnachtsfeier hat eben auch ihre zwei Seiten.  Macht Euch nüscht draus, würde mir genau so gehen. Also ich für meinen Teil finde am Besuch immer am besten, wenn er wieder geht. Klar, sie bringen einem das eine oder andere Leckerchen mit – habt Ihr ja heute bestimmt auch gekriegt – aber Besuch nervt einfach.                     Am schlimmsten ist der mit Hunden, noch schlimmer der Besuch mit Katzen, naja Katzenmädels-Besuch darf kommen, aber nich der mit Katern. Da bin ich allgerisch oder so.

Ja, dann haste Besuch, dann sitzt der aber garantiert auf deinem Platz. Da kannste böse gucken wie du willst, die scheren sich einfach nich drum. Damit könnte man ja gerade noch leben, setzte dich eben wo anders hin, aber dann sind die ja auch noch laut, nehmen keinerlei Rücksicht auf unsere sensiblen Katzenohren. Und eine Unruhe verbreiten die! Es is einfach nur lästig.

Mir graut’s schon wieder vor Weihnachten. Ich mach drei Kreuze, wenn der ganze Zauber wieder vorbei is. Da könnt ich mich jetzt richtig in Rage schreiben, überhaupt Weihnachten. Aber ich lasse es, Felix cool down! Bringt ja eh nix. Da müßmer durch.

Also dann Leidensgefährten, äh, ich glaub, Ihr habt da wohl doch bissel mehr Ruhe als ich? Dann legt am 24. mal eine Felixgedenkminute für mich ein.

Tschüssi und noch einen schönen Advent

Euer Felix

 

 

Für Ulli Traurig

Am 22.11.11 hat uns unser Ulli für immer verlassen.

Noch letzte Woche hat er mich wie immer mit an die Glasscheibe der Tür trommelnden Pfoten begrüßt. Er hat sich auf meinem Schoß ausgestreckt und hat sich streicheln lassen. Nichts deutete darauf hin, dass es dieses Ritual eine Woche später nicht mehr geben sollte.

Er ist nur zweieinhalb Jahre alt geworden und hat nie ein eigenes Zuhause besessen. Als kleines scheues Kätzchen, das sich anfangs nur hinter Schränken sicher fühlte, kam er hierher.

Und doch schien er glücklich zu sein – er kannte nichts anderes. Er hatte hier ausreichend Futter und seine Wassernäpfe. Dabei machte er beim Trinken solche Pfützen, so dass man manchmal dachte, er würde baden. Er hatte es warm in seinen Kuschelecken. Und er hatte seinen Freund Balu.                                                                        Wie bescheiden doch so ein Katzenleben sein kann.

Ich vermisse diesen kleinen Kerl. Leb wohl im Land hinter dem Regenbogen!

Deine Streicheltante

Beitrag vom Streicheldienst Nr.1

 

Hallo an alle, ich bin hier vom „Streicheldienst“ und finde es ganz toll, dass der IG Katzenschutz jetzt so eine hübsche Internetseite hat. Ist ganz super geworden! Dickes Lob an die Verantwortlichen. Ja, wie schon erwähnt, komme ich seit ca. einem Jahr einmal die Woche hierher, um die Miezen bissel zu verwöhnen. –Nicht ganz uneigennützig, denn es ist ungemein entspannend und man bekommt den Kopf frei. Es gibt nicht schöneres als eine Hand voll Mieze! Und dabei sind es nicht mal die ganz Kleinen, die mich am meisten faszinieren, es sind eher so die Charaktere. Jede ist eine eigene Persönlichkeit – wie bei den Menschen eben auch. Am liebsten bin ich im Zimmer von Ulli und Balu. Die beiden Racker kenne ich von Anbeginn an. Ulli war eine „Schrankkatze“ und ließ sich nur blicken, wenn ich wieder draußen war (gräm)! Balus Geschwister konnten alle vermittelt werden. Nur er –obwohl er wirklich der Hübscheste ist- blieb übrig. Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und aus Ulli ist d e r Schmuser geworden (also Geduld ist alles) und kommt sofort, wenn er mich hört – natürlich immer mit Balu im Schlepptau. Und dann fallen beide über die Leckerlis her. Ich würde es den beiden wünschen, dass sie ein gemeinsames Zuhause finden (ich verstehe gar nicht, dass sie hier unter der Rubrik „nicht vermittelbar“ stehen). Es sind zwei gaaaanz tolle Katzen! Ich könnte noch so viel schreiben, aber das mach ich bestimmt ein andermal.

Reni

 

Streicheldienst - Report: Calle

 

Als ich heute kam, hörte ich ihn schon miauen. Er beschwerte sich – zu Recht, sollte er nicht eigentlich abgeholt werden?

Abgeholt in ein gemütliches eigenes Zuhause!

Ja, Calle (Arthur/ Maria – so nannten wir ihn, als wir noch dachten, dass er ein Mädchen sei), hat mal wieder nicht geklappt. Unter diesen Namen kennen wir ihn hier. Klingt ja fast wie ein Künstlername: Calle Arthur Maria! Wie was Besonderes. Und das ist er auch - ein Schmuser, wie es sie selten gibt, aber auch eifersüchtig, oh ja! Das war auch für mich der Grund, ihn erst mal aus seinem Zimmer rauszuholen, ihn ganz allein, um mich erst mal nur ihm zu widmen. Dann hat er auch gleich seinen Lieblingsplatz auf meiner Schulter eingenommen. Er hat geschnurrt und es einfach genossen, ganz entspannt. Aber drinnen warteten ja auch schon meine Lieblinge Ulli und Balu. Als ich dann rein ging, kam Calle mir hinterher. Lange ging das allerdings nicht gut. Als „Kampfschmuser“ Ulli es sich auf meinem Schoß gemütlich gemacht hatte, kam Calle und versetzte im erst mal einen Tatzenhieb unter einem protestierenden „Mauuu“ – die gehört mir! Als ich ihn zur Beruhigung streicheln wollte, kriegte ich auch gleich noch einen ab – so, das haste nu davon! Seufz!

Als kleine Entschuldigung hab ihn noch mal mit rausgenommen und mich bis zur nächsten Woche ausgiebig verabschiedet. Aber kommt denn nicht endlich mal jemand, der ihn dauerhaft mit raus nimmt, ihm ein schönes Zuhause bietet und nur für ihn da ist? Tschüssi bis zum nächsten Mal

 

Reni

 

Streicheldienst-Report: Mokka

Uiiii, Mokka ist ja heute gar nicht gut drauf. Gerademal, dass sie das Leckerli nimmt. Aber da die verfressene Clara auch gleich zur Stelle ist, wird gleich gefaucht. Das mag sie überhaupt nicht – sie ist hier die Chefin! Als einzigen scheint sie hier Peter zu akzeptieren, ein schöner schwarzer Kater, der wohl schon fast zum Inventar gehört und über den Dingen zu stehen scheint. Und dabei guckt sie so missmutig, als wollte sie sagen: na und, hab halt schlechte Laune. Wie wärst du denn drauf, wenn man dich aus deiner gewohnten Umgebung rausholt, von einem Tag auf den anderen, und du sollst dich auch noch in eine so große Gemeinschaft ein- und unterordnen. Da hat sie ja Recht, die gute Mokka. Als sie vor ca. einem halben Jahr hierher kam, hat sie sich nur in ihrem Körbchen verkrochen. Eigentlich ist es da ein großer Fortschritt, dass sie nun wieder Mittelpunkt sein will. Und liegt es denn nicht in der Natur der Katzen, dass sie Fremde aus ihrem Revier vertreiben? Und hier geht das eben mal nicht. Also ist ihr Verhalten eigentlich ganz normal! Und seien wir doch mal ehrlich, wir Menschen können und wollen doch auch nicht mit jedem. Oder? Und ne schöne isse wirklich, die Mokka. Schildpatt-Katze mit gaaanz seidigem Fell. Naja, sie ist vielleicht nicht  d i e Schmuserin, aber sie hat Charakter und auf alle Fälle raus aus dem Flegelalter. Und wenn doch mal keine andere Katze in der Nähe ist, dann kann sie das Streicheln schon genießen!


LG an alle Reni

 

Streicheldienst-Report: Halbschwänzchen und Lady


So sehr wie man sich für einige wünscht, dass für sie hier die Tage gezählt sein mögen und ein neues Zu Hause auf sie wartet, so gibt es doch auch einige, die hier ganz bestimmt zufrieden sind. So z.B. Halbschwänzchen und Lady. Sie muten wie ein altes Ehepaar an, beide silbergrau mit ganz hübschen Gesichtern. Sie sind stets zusammen und die anderen Katzen scheinen sie gar nicht zu interessieren. Meist ruhen sie schlummernd auf der Couch oder haben ihren Stammplatz am Fenster eingenommen. Draußen im Freigehege habe ich sie nur sehr selten mal gesehen. Sie sind den Menschen gegenüber seeehr zurückhaltend. Doch halt, Halbschwänzchen lässt sich doch seit Neuestem am Köpfchen streicheln – ganz vorsichtig versteht sich – wenn ihm ein Leckerchen gereicht wird! Und Lady schaut immer schon ganz erwartungsvoll, wenn ich komme und schnurrt dann, was das Zeug hält, wenn sie ihre Leckerchen bekommt. Bischen neidisch könnte man bei so viel Gelassenheit schon manchmal werden…
LG Reni

Streicheldienst-Report:

Nach drei  Wochen auf Entzug (ich war im Urlaub), konnte ich mich heute wieder meiner Sucht hingeben – KATZENKNUDDELN.

In so langer Zeit gibt es schon Einiges an Veränderungen. Dass Oberschmuser Calle ein neues Heim gefunden hat, hab ich ja noch im Internet erfahren – freu!

Heute durfte ich seine neue Dosenöffnerin kennen lernen. Sie hat mir dann auch viel von ihm erzählt und will meine Grüße an ihn ausrichten. Ich glaube, jetzt hat er es endlich gut!

Ja wie immer führt mich der Weg zuerst zu Balu und Ulli. Balu will vermutlich einen Eintrag ins Guinnesbuch erlangen – im Lautschnurren. Bin mir sicher, dass er’s schafft.  Ulli hat meinen Besuch nicht wie neulich verschlafen, sondern hat seine Streicheleinheiten in vollen Zügen genossen.

Draußen im Freigehege (war ganz schön kalt heute) kam Peter gleich auf mich zugestürzt. Sonst ist er eigentlich eher zurückhaltend, aber heute verlangte er intensiv Beachtung. Ja und natürlich Clara, verfressen wie immer. Aber irgendwas fehlte, es war zu friedlich. Dann erfuhr ich, dass Mokka vermittelt werden konnte. Das war natürlich eine Superneuigkeit. Ich freu mich so für sie. Sie konnte sich hier absolut nicht einleben, hatte Stress mit den anderen Katzen und sie mit ihr.

Bei den Katzenkindern angekommen, dachte ich erst, sie seien so gewachsen. Aber man sagte mir, es seien schon wieder neue, einfach so abgegeben. Man wollte sie nicht mehr: Entweder ihr nehmt sie, oder wir setzen sie aus. Ja, glaub ich’s denn? Wo haben denn manche Leute ihr Verantwortungsgefühl? Es ist doch heute wirklich kein Akt, seine Katze kastrieren zu lassen. Und so teuer isses ja nun wirklich nicht.

Naja, wenigstens haben sie noch den Weg hierher gefunden.

Und das sind so liebe und hübsche Miezen. Eine Glückskatze ist mit dabei. Die hatte übrigens was gegen meine Frisur und hat sie mir neu gemacht. Und sie wollte dafür nicht mehr als ein Leckerchen. Dafür bin ich ihr auch von Herzen dankbar.

LG Reni

 

Der Streicheldienst macht Schreibpause

Damit meine Geschichten nicht langweilig werden, mach ich erst mal ne Schreibpause. Stattdessen lasse ich meinen Kater Felix zu Wort kommen.

Er frisst und schnurrt sich mittlerweile schon fast 8 Jahre bei uns durch.

Felix kam als Streuner zu uns und ist der lebende Beweis dafür, wie das „Testament einer Katze“ funktioniert (hier auch nachzulesen).

Aber er kann sich ja selber vorstellen.

Efhlewföooö upps, das geht ja doch nicht so leicht wies aussieht. Muss ich wohl övöaöjie noch bissel üben  aaüvjn.a3. Ich geb mir Mühe.

Lieber Peter, liebe Clara,

von euch wurde mir schon viel erzählt. Und ihr scheint mir am besten in mein Schema zu passen. So habe ich beschlossen, mit euch in Kontakt zu treten. Ja Peter, du bist mir sehr sympathisch, schwarz wie ich und hast Charakter. Wir könnten in meinem Revier ganz schön was zusammen anstellen, was?

Und du, liebe Clara, natürlich auch schwarz – ist eben doch der edelste Pelz – mit dir würde ich gerne meinen Futternapf teilen. Naja, vielleicht nicht richtig teilen (wie meine Tütenaufreißerin erzählt, schmeckts dir wohl auch recht gut), sie müssten uns eben nur mehr rein tun.

Außerdem möchte das ihr Mensch nicht. Wenns nach ihr ginge, wäre ich hier schon lange nicht mehr Alleinherrscher. Aber er kennt sich sehr gut mit den 10 Geboten aus. Vor allem eins respektiert er: Du sollst nicht andre Katzen haben neben mir.

Aber was solls, ich bin ja auch schon vergeben. Meine Angebetete heißt Krümel. Hinter vorgehaltener Pfote: Sie ist ne richtige Zicke. So wie ich in ihre Nähe komme: fauch, fauch!!! Und wenn ich mich nicht abschrecken lasse, krieg ich auch noch eins mit der bösen Pfote.

Nun fragt ihr euch sicher, was tut er sich das an? Sag ich euch. Ich hab ihr unwahrscheinlich viel zu verdanken. Mir gings nämlich nich immer so gut wie heute. Aber das erzähl ich euch ein anderes Mal. Mir tut nämlich langsam die Pfote weh.

Tschüssi   Euer Felix

 

Felix hat jetzt den Part des Schreibens übernommen, ich möchte seine neue Geschichte nicht vorenthalten.

Felix erzählt

Lieber Peter, liebe Clara,

wie versprochen, erzähle ich euch heute, wie ich eigentlich zu meinem Heim gekommen bin.

Ich war gerade mal in der Pubertät, und nicht mehr klein und niedlich, da hat man ja bei manchen Menschen abgegessen. Jedenfalls saß ich so da, schob Kohldampf, weil mir absolut keine Maus über den Weg lief, und leckte meine verletzte Pfote. Ich muss wohl ein jämmerliches Bild abgegeben haben. Da kam Krümel und fragte: „Was guckste denn so griesgrämig?“ Na, und da hab ich ihr eben so bissel erzählt. Sie meinte, ich solle mit zu ihren Menschen kommen. „Nee, lass mal, mit der Sorte habe ich abgeschlossen. Was die mir alles angetan haben.“

Aber sie ließ nicht locker. Da bin ich eben hinterher getrottet. Man gibt seine Vorsätze schon mal auf, wenn man Hunger hat. Und sie hatte Recht. An insgesamt drei Häusern gabs Futter. Da wo ich heute wohne, gabs sogar Milch. Die trink ich heut noch für mein Leben gern. Jaaa ich weiß es, dass das nich gesund is! Nu lasst mich einfach weiter erzählen. In dem einen Haus fand ich sogar einen Schlafplatz im Keller. Die Menschen schienen nett zu sein. Aber glaubt ja nich, dass ich mich anfassen ließ! Menschen befanden sich zu dieser Zeit auf meiner Sympathieliste gleich hinter den Hunden.

Ich lernte dann auch Krümels Schwester kennen. Sie wohnte im Milch-Haus und hieß Tilli. Bissel ne Zicke war sie auch. Aber sie war bildschön, zwar nicht schwarz, wie du, liebe Clara, aber immerhin. Obwohl sie mich nicht besonders mochte, haben wir doch manchmal zusammen gesessen und haben erzählt. Sie hat mir immer von ihrem schönen Zuhause vorgeschwärmt. Weiß nich, ob sie nur angeben wollte. Damals habe ich jedenfalls nicht in meinen kühnsten Träumen daran gedacht, dass es mal meins sein könnte.

Nun krieg ich aber bald einen Krampf in der Pfote.

Das Nächste Mal erfahrt ihr dann, wies weitergeht.

Tschüssi    Euer Felix

 

Streicheldienst-Report:

Heute muss ich noch mal dem Felix ins Handwerk pfuschen (hoffentlich sieht er mich nicht am Rechner…). Schuld daran ist Lucky.

Bei meinem letzten Streicheldienst durfte ich ihn kennen lernen.

Nee ist das ein Süßer!

Wie immer ging ich erst zu Ulli und Balu, und da kam er auch schon auf mich zu, weißes gaaanz seidiges Fell mit ein paar rotbraunen Flecken und so richtig knuffig, auch noch total verspielt.

Ich sagte: „Na du kleiner Sonnenschein.“ „Schnurr!“ Er hat überhaupt keine Berührungsängste –weder mit Menschen noch mit den anderen Katzen.

Als ich Ulli zum Schmusen auf dem Schoß hatte, packte er sich gleich daneben – völlig selbstverständlich, nur dass sich Ulli ein paar zarte Bisse in die Ohren gefallen lassen musste, was er auch mit Würde ertrug. Ich schätze, dass Lucky Sonnenschein bestimmt nicht lange hier sein wird.

Wie gesagt, wenn Katzen aus Bilderbüchern rausspringen könnten, dann hat er’s getan.

LG

Reni

PS: Das nächste Mal darf Felix wieder schreiben, denn er hat noch so viel zu erzählen.

 

 Lieber Peter, liebe Clara,

ich hatte euch ja letztens versprochen zu erzählen, wie ich zu meinem jetzigen Heim kam. Also hört:

ja, es verging die Zeit. Ich habe mich langsam mit den Menschen in meinem neuen Revier angefreundet. Natürlich habe ich immer noch die nötige Vorsicht walten lassen. Bei denen weiß man ja nie!

Es kam die kalte Jahreszeit, wo man als Katze nich so gerne draußen is.

Da machte eines Tages die Nachricht die Runde, Tilli sei überfahren worden. Ich wage den Gedanken kaum auszusprechen, der mich da durchzuckte.

Ja klar tat mir das leid, aber… Ich versuchte es. Und seit diesem Tag wohne ich dort.

Ja, ja, Menschen trauern arg und es dauerte schon seine Zeit, bis ich so richtig ihr Herz erobert hatte. Aber warum sollte ich nicht auch mal auf der Gewinnerseite sein? Sie nannten mich dann Felix – der Glückliche, vorher war ich immer nur der Schwarze. Und nach dem Motto: Name ist Programm, diesen Namen trage ich heute voller Stolz und mach ihm alle Ehre. Ich bin nämlich, nachdem was ich alles schon so hinter mir habe, wirklich ein Lebenskünstler.

Mich wirft nichts aus der Bahn. Ob sie nun Urlaub machen oder sonst irgendwelche Eigenheiten haben – davon kann ich euch ja das nächste Mal erzählen.

 

Bis dahin

Euer Felix

 

 

Felix erzählt: meine Essgewohnheiten


Ja lieber Peter, liebe Clara,
nun wisst ihr, wie ich zu meinem Heim gekommen bin. Damit ihr mich noch besser kennen lernt, plaudere ich einfach noch bissel von mir.
Die wichtigste Sache im Leben ist ja, zumindestens wenn man kastriert ist, das Essen, da werdet ihr mir sicher zustimmen. Ja also, eigentlich geht der Tag ja los mit Trinken. Mit richtig viel Milch. Ich könnte mehrere Näpfe leer trinken, aber die geben sie mir nich, nur manchmal, wenn ich denen so richtig auf den Geist gehe, wird nach- gegossen. Bin sogar schon mal übergelaufen, hihi. Jedenfalls sehe ich das so ähnlich wie bei den Menschen mit dem Kaffee. Den brauchen die ja wohl angeblich auch unbedingt. Deshalb scheinen sie das einzusehen, dass das bei mir auch ein Muss ist mit der Milch.
Ja, dann gibt’s Katzenfutter, wie langweilig. Manchmal wollen die Zweibeiner mich austricksen.                               Da heißt es: “Felix, dein Napf ist doch noch voll, mäkle nicht rum.“ Aber die denken wohl, ich bin von Gestern – ich
nich- aber das Futter. Dann geht so ein gewisser Machtkampf los, weil die denken, ich freß es noch. Aber da haben sie sich geschnitten, da müssen schon die Nachbarn nicht zu Hause sein.
Jedenfalls mittags dann, die Zweibeiner wähnen mich im Tiefschlaf, aber Unsereins hat immer eine Antenne – sprich Ohr – frei, ich weiß ganz genau, wann es so weit is. Dann tauche ich aus dem Nichts in der Küche auf und gucke ganz verhungert. Und dann wird mir meistens auch ein Schälchen Menschenessen gereicht.

Am meisten mag ich die Zeit, in der es Spargel gibt. Das Kochwasser ist einfach köstlich. Ja und dann mag ich auch Eintöpfe aller Art, Gemüse muss nich so viel dabei sein. Auch Kartoffelsuppe is lecker, oder Kartoffelpüree.              Da schlecke ich ganz hingebungsvoll mein Näpfchen aus.
Heute gabs Kartoffeln und Quark, Sahnequark versteht sich, war auch nicht schlecht.

Ach, ich könnte schon ins Schwärmen kommen. Verzeiht mir. Hab gehört, bei euch isses grad nich so mit dem Futter. Ihr lebt wohl momentan so von der Pfote ins Mäulchen. Na, vielleicht liest das ja noch jemand außer euch beiden und lässt mal ein Scheinchen rüber wachsen, damit die Leute bei euch mal eure Futterreserven ordentlich auffüllen können. Ja gut, es könnte auch mal jemand mit ner Dose rumkommen, oder?
So, jetzt werd ich mich mal in meinen wohlverdienten Mittagsschlaf verabschieden. Ich glaub, den könnte man heute glatt draußen machen.

Bis bald!   Euer Felix

 

 

Felix erzählt: Revierangelegenheiten

 

Lieber Peter,

ich fass es ja nich, was mir die Zweibeinerin erzählt hat.

Du musstest D E I N Zimmer  zwei solchen Jungspunden überlassen. Is ja wirklich der Gipfel. Die können froh sein, dass du so ein Gemütstier bist (von gelegentlichen Protestpinkeleien mal abgesehen, hi hi, da kann ich dir von mir auch mal noch ne Story zum Besten geben).

Ja, das Revier ist schon was Heiliges!

Du hast jedenfalls mein volles Mitgefühl. Aber glaub ja nich, dass ichs immer leicht habe mit meinem Revier. Wenn ich bei den Nachbars – also bei Krümel – zu Besuch bin, seh ich das ja noch ein, dass sie mich anfaucht, wenn ich mal in ihren Napf gucke, was es denn so gibt. Oder wenn ich auf ihrem Lieblingsplatz liege.

Aber stell dir vor, die Zicke kommt zu mir zu Besuch. Als Begrüßung:

Fauch! Und wenn ich nicht schnell genug den Rückzug antrete, krieg ich noch eins mit der bösen Pfote. Und das bei mir zu Hause, in M E I N E M Revier.

Also Schwarzer, halt die Ohren steif. Die Jungspunde ziehen bestimmt bald wieder aus, wenn sie sich eingewöhnt haben. Ich drücke dir alle vier Pfoten und grüß mir die Clara.

Dein Felix

 

 

Felix erzählt: Das Blumentopfklo

 

Lieber Peter, liebe Clara,

mal ehrlich, Pfote aufs Herz, seid ihr Menschenversteher? Ich habs aufgegeben. Jede gute Absicht, die unsereins hat, wird missverstanden.

Also ich erzähls euch.

Der Zweibeiner hatte Geburtstag und bekam eine wunderschöne Pflanzschale geschenkt – mit wunderschöner Erde drin, wie im Garten. Hatte natürlich auch gleich eine zündende Idee. Ich dachte, wenn du das als Katzenklo benutzt – nur zum Pipi versteht sich – brauchen sie deins nicht mehr ständig sauber machen. Kostet ja Geld, die Katzenstreu. Das kann doch viel besser in Futter umgesetzt werden.

Ja gedacht, getan.  So habe ich dann auch festgestellt, dass da noch etliche andere Blumentöpfe so nutzlos rumstehen.

Irgendwann haben sies dann gemerkt, als ich mal beim Verbuddeln bissel nachlässig war. Klar fliegt da mal Erde raus, und an den Pfoten bleibt logischerweise auch was kleben. Da machen die ein Gewese! Als ob die mit dem Staubsauger auch durch den Garten rennen würden!

Und was machen die Menschen, um mich zu ärgern? –Überall fette Kieselsteine auf die Blumentöpfe. Da hört mir aber der Spaß auf! Zur Strafe gehe ich nun wieder auf mein Katzenklo, wenn ich mal draußen keine Lust habe. Sollen sie eben wieder sauber machen und Streu kaufen. Das haben sie nu davon!

Viele Grüße   Euer Felix

 

Felix erzählt: Winter ist schön

 

Lieber Peter, liebe Clara,

ja, ich finde den Winter schön. Da ist die Fußbodenheizung so schön warm und ich mach mich richtig lang, dass auch jedes Haar meines kostbaren Pelzes was von der Wärme abkriegt. Mal wird von rechts gewärmt und mal von links, und dabei döst es sich so schön.

Und wenn ich durch die Terrassentüre guck, seh ich die Flocken tanzen oder beobachte wie das Futter – sorry die Vögel – draußen rum fliegen. Da krieg ich dann doch Lust, die zu fangen – die Flocken natürlich, nicht was ihr denkt.

Aber da geht auch schon das Dilemma los. Ich hab nämlich keine Katzenklappe so wie ihr. Also heißt es, die Zweibeiner zu mobilisieren. Wenn dann endlich jemand öffnet, kann ich natürlich nicht gleich raus gehen. Denn dann merkt unsereins erst mal, wie kalt das überhaupt is. Und man muss ja mit den Pfoten direkt in den Schnee. Dann kehr ich doch lieber wieder um.

Aber fast hätt ichs vergessen, ich wollte ja raus. Also wieder betteln. Türe auf, Kälte schnuppern, Hintern im Warmen lassen. – Geht nich, ich soll mich entscheiden. Manchmal versuch ichs dann noch mal an einer anderen Tür. Vielleicht isses ja dort nich so kalt. Oder ich warte auf den ultimativen Schubs von hinten, wenn das den Zweibeinern zu lange dauert.

Und dann gilt es, den richtigen Einstieg in die einmal angelegte Spur zu finden. Wenn man mal mit der verkehrten Pfote anfängt, kommt man ganz schön ins eiern. Manchmal is auch geschippt. Das erleichtert die Sache natürlich ungemein. Da braucht man hinterher nicht die Pfoten auszuschütteln. Also in Windeseile Geschäft erledigen und nix wie rein. Hatte ich behauptet, Winter sei schön? Nee, saukalt isses!

 

Viele Grüße   Euer Felix

 

Felix erzählt: Es war Weihnachten

Lieber Peter, liebe Clara,

 ich muss euch sagen, so langsam geht mir der Winter auf den Geist. War heute endlich mal wieder jagen. Ständig drin zu sein und immer mit den Menschen zusammen, das nervt!

Es war ja nu Weihnachten. Da funktionieren die jedes Jahr das Wohnzimmer in den Garten um. – Wenn unsereins mal bissel Garten an den Pfoten mit rein schleppt, dass geht ja gar nich. Aber die machens halt. Da wird ein Baum mitten ins Zimmer gestellt und allerlei Zeugs dran gebammelt. Und wehe man fasst mal was an, dann heißt es gleich: „Felix, weg da“. Oder wenn ich mich mal mit dem Kabel von der Pyramidenbeleuchtung beschäftige, gibt’s auch gleich Gemecker.

Also war ich heute mal wieder schön jagen. Hatte erst ne Maus im Visier. Aber die war mir entwischt. Als ich dann mit der Pfote im Tiefschnee nach ihr rum gesucht habe, sehe ich doch, wie die Zweibeinerin sich fast schief lacht. Grummel!

Jedenfalls dachte ich dann, da holste dir eben ein Weihnachtsgeflügel. Hatte damit auch Erfolg. Die kleine Meise war zwar eher was fürn hohlen Zahn. Aber mein Ego war wieder hergestellt.

Und was war, als ich wieder rein kam? Gemecker, Felix, du sollst doch die Vögel in Ruhe lassen usw. Dabei holen die sich doch auch ihr Weihnachtsgeflügel, ne deutsche Weidemastgans musste es wieder sein. Scheinheiliges Getue! Als ob das so viel was anderes is. Immerhin hab ich den Zweibeinern noch geholfen, Geld zu sparen, für ne Tüte Futter! Nichts im Vergleich, was denen ihre Gans wieder gekostet hat.

Naja, so sind sie halt, die Menschen. Kann man eh nix machen.

Tschüssi Euer Felix

 

Der Frühling soll kommen

Lieber Peter, liebe Clara,

ich hab ja schon richtig schlechtes Gewissen, weil ich so lange nichts von mir hören ließ. Aber ihr seht mir das hoffentlich nach.

Man hat ja auch ständig zu tun. Jetzt wo das Revier endlich wieder schneefrei is, muss man ja überall wieder mal nach dem Rechten gucken. Und wenn die Sonnenstrahlen schon mal wärmen, muss man gleich die Chance nutzen und sich bissel im Garten an einem windgeschützten Plätzchen räkeln und seinen Gedanken nachhängen. Ein schlaues spanisches Sprichwort sagt dazu sehr treffend: Wie wundervoll ist es, nichts zu tun und sich anschließend zu schonen. Wie wahr!

Na jedenfalls ist man hinterher immer ganz kaputt. Aber immerhin habe ich mich heute wieder mal zum Schreiben aufgerafft.

Ach, der Frühling könnte doch nu wirklich mal kommen. Ich merk es schon förmlich in den Pfoten, wie es kribbelt. Mein Appetit ist auch schon angekurbelt. Ich kann es kaum noch erwarten, nachts endlich wieder draußen rum zu stromern und (Clara weghören) den Mädels aufzulauern. Dann geht bei mir zu Hause das Theater mit den Zweibeinern wieder los. Sie will immer, dass ich drinnen bleib, und er hat dann zum Glück immer ein Einsehen mit mir, so dass ich letzten Endes doch meinen Willen kriege. Bissel Neid kommt da bei mir schon auf, lieber Peter.

Aber nichts für ungut. Alles im Leben hat ja so seine Vor- und Nachteile. Das is nu mal so.

Also dann bis bald mal wieder

 

Euer Felix

 

Brisante Geschichte

Lieber Peter, liebe Clara,

jaaa doch, ich weiß es, dass ich euch in letzter Zeit ganz schön vernachlässigt habe. Ich versuch es auch gar nicht erst mit Ausreden. Obwohl, wenn man jetzt nachts wieder draußen is, um sich um die Mädels zu kümmern oder um wenigstens sein Revier vor den anderen Kerlen sauber zu halten, is man am Tag schon ganz schön müde…!

Aber ich machs wieder gut. Dafür erzähl ich euch ne ganz brisante Geschichte von mir:

es ist schon eine Weile her, aber stellt Euch vor, die Zweibeiner haben mein Zimmer umgeräumt! Ungefragt meine Couch (jedenfalls eine von meinen insgesamt 3 - aber is ja auch egal), auf der ich zu ruhen pflege, einfach von der einen Wand an die andere. Zack!

Wo gibt’s denn so was.

Felix, dachte ich mir, wehre den Anfängen, setze ein deutliches Zeichen. Das habe ich dann auch gemacht, duftend und unübersehbar mitten ins Zimmer. Strafe muss sein. Der Zweibeiner war da gerade allein zu Haus und entsprechend hilflos, was mein Häufchen betrifft. Schade, die Nachbarin hats weg gemacht.

 Aber so was hilft leider nicht immer. Habs noch mal versucht, als der Zweibeiner mit mir zum Tierarzt wollte. Ich gebs zu, es war schon bissel ne eklige Angelegenheit so in der Transportbox. Letzten Endes musste besagte Nachbarin wieder ran und die Zweibeinerin von der Arbeit nach Hause, aber um den Tierarztbesuch bin ich trotzdem leider nicht herum gekommen.

Ja ja, man hat schon so seine liebe Not mit den Menschen.

 Viele Grüße

Euer Felix

 

 Speziell an Peter

Hallo Kumpel,

na, ich habs schon gehört, du musstest schon wieder mal dein Zimmer hergeben für sone Neueingewöhnlinge. Is ja echt krass! Ich hätte auch die Schnauze voll. Aber du machst schon das einzig Richtige, immer feste markieren! Sollen sie doch sehen, was sie davon haben.

Und dann noch die Clara. Is nich zu fassen, dass die sich an euren Freigänger, den Bummi, ran machen will. Die Zweibeinerin hat mirs erzählt, dass die Clara sich im Freigehege – sie drin und er draußen – rum geräkelt hat. Was die an dem findet! Der hat ja nich mal schwarzes Fell.  Und dann isse immer so am Maschendrahtzaun lang spaziert, ganz dicht, so dass er se auch richtig erschnuppern kann. Also ich bin schon bissel enttäuscht. Das hätt ich von ihr nich gedacht.

Naja, nu laß mal den Kopf nich hängen. Es kommen schon wieder bessere Zeiten.

Übrigens, was hältste denn von der Spohia? Ich hab se mir mal im Internet angeguckt. Das is doch ein Schnuckelchen – nur mal so als Tip. Soll ja auch Charakter haben.

Also mein Lieber, ich mach Schluss, geh mal paar Spatzen aufmischen. Is gut fürs Ego.

 Dein Freund Felix

 

Bettgeschichte

Lieber Peter, liebe Klara,

Wenn wir schon mal bei brisanten Geschichten sind, ich hätte da noch was. Aber ich bitte um äußerste Verschwiegenheit. Das ist nämlich so eine Abmachung zwischen der Zweibeinerin und mir. Aber ich glaub, mittlerweile wissens schon alle möglichen Leute, doch das Wichtigste: der Zweibeiner darf es nie(!!!) erfahren. Also meinetwegen könnt ihrs auch meinem Namensvetter Felix oder der Sophia erzählen, wenn ihr wollt, nur bitte Diskretion.

Es war noch ganz in meiner Jugend und die Zweibeiner sich in der Sache mit dem Schlafzimmer und mir noch nich einig.

Er: Felix darf nicht mit ins Bett.

Sie: Ach laß’n doch.

Eines schönen Tages bzw. Nacht und dienstlicher Abwesenheit des Zweibeiners hatte ich sie um die Pfote gewickelt. Ich durfte. Aber was musste ich feststellen, es roch gar nicht schön nach mir in des Zweibeiners Bett. Wenn ich sonst schon nicht mit rein durfte und es die Zweibeinerin sich so sehr wünschte, dann musste ich das ändern, am besten sofort. Wenigstens sollte sie sich an meinem Geruch erfreuen können! Also schritt Felix zur Tat.

Und es passierte was ganz Unglaubliches: Ich hatte mein Pfützchen noch nich mal fertig, da flog ich auch schon unter wütenden Beschimpfungen meiner geliebten Zweibeinerin mit samt dem Bettzeug aus dem Schlafzimmer. So schnell konnte ich gar nich gucken. Sie hats dann in die Waschmaschine gestopft, und am Nachmittag kam sie früher von der Arbeit nach Hause (diebisch freu), um alles aus dem Trockner zu holen und dem Bett wieder zu seinem unschuldigen Aussehen zu verhelfen.

Sie hat mir dann noch ne Gardinenpredigt gehalten – menschliches Gehabe eben!

Aber die Zweibeiner verstehens ja eh nich, wenn Unsereins in bester Absicht handelt.

Was solls. Jedenfalls haben wir darüber Stillschweigen vereinbart, und daran halte ich mich natürlich!

Viele Grüße

Euer Felix

 

Urlaub

Lieber Peter, liebe Clara,

man hat mir erzählt, dass du so dolle krank bist Clara, meine Liebe! Das tut mir furchtbar leid. Ich sende dir die herzlichsten Genesungswünsche.

Ich musste heute auch zum Tierarzt. Es war zwar nur die jährliche Impfung, aber ich hasse das!!! –Diese schreckliche Transportbox, wo sie einen reinpferchen, als wäre man ´ne Sardine, und die abscheuliche Autofahrt dann noch! Den mindesten Protest, den man anbringen kann ist, in die Box zu pinkeln – hab ich auch!!!

Ach ja Peter, und du arme Socke musstest wieder mal das Zimmer räumen – für Mutter und Kind. Und dabei bist du nich mal der Vater. Is wirklich ´ne Zumutung, also echt!

Tja, was wollt ich eigentlich erzählen? Ach ja Urlaub. Meine Zweibeiner waren im Urlaub –Griechenland.

Also könnt ihr euch vorstellen, wozu man in Urlaub fährt? Dieser Stress mit dem Ortswechsel! Und dann schleppen sie kofferweise ihre Klamotten mit. Und wehe, wenn man sie beim Kofferpacken stört.

Ich für meinen Teil verschwinde dann die meiste Zeit bei den Nachbarn – bei Krümel. Abends muss ich dann zwar nach hause, eigentlich könnten die sich das schenken. Mir isses Wurscht, wo ich mein Essen kriege und wo meine Kuscheldecke liegt, aber die Zweibeiner sind ja angeblich so für Ordnung.

Und um mir wieder mal zu beweisen wie gut ichs habe, haben sie mir dann von den Katzen in Griechenland erzählt. Also kastrieren is da nich. Na schön. Aber immer Nachwuchs aufziehen, dass wäre mir wirklich zu anstrengend. Noch dazu bei der Futterlage! Sie haben zwar alle Freiheiten, aber Freiheit vom Futter is Schei… (tschuldigung)!

Da wo die Zweibeiner gewohnt haben, gehörten den Leuten dort auch drei Katzen. Die müssen wohl total dünn gewesen sein mit ewigem Hunger. Da haben meine Zweibeiner einen Supermarkt gesucht, wo sie Katzenfutter kaufen konnten. Aber da warn se wieder so schlau, dass se Trockenfutter genommen haben. Das konnte der eine von den Dreien nich essen, muss wohl was mit den Zähnen gehabt haben oder so. Naja gut, das konnten se ja eigentlich nich wissen. Aber meine Zweibeinerin hat ihm dann wenigstens immer ihre Wurst gegeben.

So nun machts mal wieder gut bis zum nächsten Mal

Euer Felix

 

Sommerabend

Lieber Peter, liebe Clara,

Melde mich mal wieder.

Hach, wie ich sie liebe, diese lauen Sommerabende. Diese Geräusche, diese Düfte! Was meint Ihr, ob es wohl gestern der letzte war für dieses Jahr?

Und wenn schon, unsereins kann ja eigentlich mit fast jedem Wetter was anfangen – oder? Entweder man reckt den Bauch in die Sonne oder man rollt sich zur Kugel. Und als gelernter Streuner sag ich Euch, Unterschlüpfe gibt es überall. War neulich sogar bei dem Unwetter draußen. Da weiß man wenigstens wo der Krach herkommt und man kann fix das Weite suchen, bevor über einem alles zusammen bricht. – Wenn da halt nich die Sache mit dem Essen wäre.

Essen-  was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja, meine Leute hatten sich gestern  schnell noch zum Grillen entschlossen (hmmm, gegrillte Würste und Fleisch, Zahntropf), aber natürlich nich alleine. Menschen können irgendwie schlecht alleine sein. Sie luden sich noch Gäste ein. Is ja auch erst mal okay. Aber die hatten ja noch  Lars-Günter im Schepptau. Der Kater latscht denen nämlich immer hinterher, müsst Ihr wissen. Hatte das erst gar nicht mitgekriegt. Als dann aber das erste Stückchen Wurst folg, war er auf einmal da, der Andere. Isser denn blöd, dachte ich. Is ja mein Revier. Da hab ich dem aber die Meinung gegeigt.

Er saß dann in gebührendem Abstand, immer seine Leute im Blickfeld. Und was machen meine? Locken mich mit Leckerli nach drinnen und ich muss durchs Fenster mit ansehen, wie DER auf meiner Terrasse sitzt. Unverschämtheit!

Hatte ich eingangs erwähnt, dass ich sie liebe, diese lauen Sommerabende? Gottseidank sind sie jetzt hoffentlich endlich vorbei.

Also lasst es Euch gut gehen

Euer Felix

 

Heute wollte sie mich vergiften

Lieber Peter, liebe Clara,

heute Mittag wollte sie mich vergiften! Ja, ihr habt richtig gehört: V E R G I F T E N !

Na gut, ganz so krass wars doch nich. Aber der Reihe nach:

Sicher hab ich euch schon mal von meinen nicht ganz normalkätzigen Essgewohnheiten erzählt. Wie ihr vielleicht wisst, schätze ich so fast das ganze menschliche Genussspektrum – wie z.B. die Streusel vom Kuchen, Butterbrötchen, marinierten Hering, Kartoffeln (wenns unbedingt sein muss auch schon mal trocken) usw.

Und heute Mittag: mich wieder in der Küche positioniert, den Satz „Felix, das isst du nicht“ ignoriert genau so wie mein Katzenfutter und mit hungrigen Blicken abgewartet. Dann wars wieder soweit, mein Schälchen wurde befüllt und mir gereicht.

Ausgesehen hats ja noch gut, aber beim ersten Lecken hätte ich mich doch fast in mein Schälchen übergeben: Kürbiscremsuppe! Erstens mal sauscharf und total eklige Gewürze (braucht keine Katze!) dran – ein typischer Fall von Igittigitt!

Danach hab ich mir als Entschädigung ne gaaanz leckere Maus geholt. Die war vielleicht schön fett. Naja, meine Zweibeiner füttern die ja auch. In echt! Könnt ihr ruhig glauben. Die haben nämlich ein Igelhäuschen auf meiner Terasse und da tun sie immer mein Trockenfutter rein, weil sie die Igel füttern wollten. Aber das denken nur die Zweibeiner. Ich habs gesehen, wer sich das Futter holt – die Mäuse! Na meinetwegen. So ist wenigstens der Kreislauf wieder geschlossen.

Tschüssi

Euer Felix